12d - Exkursion mit Studierenden in das Bordell des Richard Steiner. - Richard als Bewacher eines Goldtransportes

Zwischen 2000 und 2010 pflegte ich mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern an meinem Seminar über "Randkulturen" regelmäßig auf Einladung des mit mir befreundeten Besitzers Richard Steiner (ich darf seinen Namen nennen), dessen Nachtlokal am Wiener Gürtel aufzusuchen.
Das Lokal trug den schönen Namen "Lambada" (heute gibt es dieses Lokal nicht mehr). In diesem tanzten kaum bekleidete oder auch unbekleideteDamen vor den Gästen.
Manchmal verschwand einer der Gäste mit einem der Mädchen in einem der Separees, die an den Barraum angrenzten. 
Man bot uns angenehme Plätze an und lud uns zu Sekt, Bier oder auch Apfelsaft ein.  Zu später Stunde führte uns für gewöhnlich Richard  oder einer seiner  Leibwächter bzw. Mitarbeiter durch das Lokal und zu den Separees, die wir, wenn niemand in diesen sich aufhielt, beäugendurften. Fragen soziologischer bzw. kulturanthropologischer Natur wurden bereitwilligst von einem der Herren aber auch von einer der Damen, die uns in der Bar bedienten, beantwortet. So interessierte uns, aus welchen Ländern die Damen, die hier sich den männlichen Gästen von ihren besten Seiten her präsentierten, kämen. Unter ihnen gab es Damen aus Rumänien, Bulgarien, Polen, der Ukraine, Ungarn, der Dominikanischen Republik usw.  
Ich bat die Damen und Herren Studenten, im Nachhinein gute Beobachtungsprotokolle zu verfassen - als Grundlage einer eventuellen Seminarbeit.  Meist waren es zwischen 15 und 20 Studierende, die mich begleiteten. Einmal waren es 17 Damen - und keine Herrn, die mit mir unterwegs waren. Eine dieser Studentinnen erzählte mir, ihre Schwester sei eine Klosterschwester, die großes Interesse an einem Bericht von unserer Exkursion zeige. Ich teilte der Studentin mit, sie solle beim nächsten Mal ihre fromme Schwester mitnehmen. Später erzählte mir meine Studentin, ihre Schwester wäre gerne mitgekommen, aber sie befürchtete, dass ihre Schwester Oberin ihr große Vorwürfe alleine wegen der Idee, mich in die sündige Bar zu begleiten zu wollen. machen würde.


Und hier Leibwächter Peter mit dem Exkursiosnleiter


Richard Steiner, der Eigentümer der Bar, hatte nichts dagegen, in meinem Seminar an der Universität aufzutreten- Ich stellte ihn den Studierenden vor.
Nachher meinte er, er könne sich den Luxus erlauben , die Wahrheit zu sagen.  Vor allem die Damen im Seminar waren begeistert von Herrn Richard, der damals den Strich am Wiener Gürtel dirigierte.
Als Herr Richard wegen diversen Fehden zwischen Zuhältern und Bordellbesitzern im Wiener Strafgericht angeklagt war, wurde auch ich vom Gericht vorgeladen. Ich erzählte dem Richter, dass Herr Richard uns interessante Einblicke in eine spannende Randkultur gewährt hat.  Ich könne nichts Negatives über ihn sagen. Schließlich wurde Richard frei gesprochen.

An einem heissen Sommertag saß ich nach einer seiner Gerichtsverhandlungen mit Richard und seinen vier Leibwächtern im Gastgarten des Cafe Landtmann.  Mein Freund Wilhelm Hopf, der Chef des LIT-Verlages, in dem einige meiner Bücher erschienen sind, war auch dabei. Er hatte einige Exemplare meines damals erschienenes Buch über das alte Institut für Soziologie und Max Weber bei sich.  Er schenkte jedem dieser Herrn je ein Exemplar. Dieses Foto zeigt die Herren bei der Lektüre dieses Buches. Der Name des kleinen Leibwächters (2.v.r.), der ob seiner Schnelligkeit und Schlagkraft gefürchtet war - einigemal war er wegen Raufhandels bereits verurteilt - ist Rocky. Der Name des großen Leibwächters, er ist über 2 Meter groß, ist, wie oben schon erwähnt, Peter. Den Namen des tätowierten Herrn mit den roten Haaren soll ich, auf seinen Wunsch hin, nicht erwähnen. Richard Steiner ist der Herr ganz rechts. Der Herr mit Hut im Hintergrund bin ich.
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Übrigens verfasste Richard Steiner gemeinsam mit einem seiner Freunde ein Buch über sein Leben, das sehr bunt ist - er war sogar eine Zeit in der Fremdenlegion. In diesem Buch bin auch ich sehr freundlich und lobend erwähnt. Ich bin geehrt.
Er wurde zu meinem Freund.
Einmal hatte meine Frau einige Goldstücke von einer Bank in der Neubaugasse im 7. Wiener Bezirk in eine Bank in eine ca 2 Kilometer enfernte Bank in der Mariahilferstraße zu bringen. Sie bat mich, Richard Steiner zu fragen, ob er sie nicht bei diesem "Transport" aus Sicherheitsgründen begleiten könne.
Ich sagte dies Richard und er freute sich, meiner Frau diesen Gefallen tun zu dürfen. Gemeinsam spazierten die beiden - Richard trug das Gold in einem Säckchen - zu der Bank. Stets achtete Richard dabei auf seine Umgebung. Er meinte sogar, er habe ein paar verdächtige "Typen" gesehen.
Jedenfalls kam das Gold gut bei der Bank an.
Auf diesem verschwommenen Bild ist meine Frau mit Richard - mit diesem Auto war er vorgefahren - zu sehen. Sie umfasst eben seinenen rechten muskulösen Oberarm. (Es gibt noch bessere Bilder von diesem "Goldtransport").


Heute handelt Richard Steiner mit Wodka.